Ansprechpartner
Diskussionsforum
Fotogalerie
Geschichte
Links
Mannschaften
Mitgliederbereich
News
Satzung
Schach
Schachkurs
Spielbetrieb
Termine
Turniere

 

email Webmaster
 
Eröffnungen

Mit den ersten Zügen in einer Schachpartie wird der weitere Spielverlauf entscheidend bestimmt. Fehler, die hier gemacht werden, können im späteren Verlauf oft nur schwer wieder ausgebügelt werden. Im Laufe der Schachgeschichte sind viele Bücher über die Eröffnungen geschrieben worden. Die besten Züge in der Eröffnung bilden die sogenannte Eröffnungstheorie. Hier gibt es viele Namen, oft ist eine Eröffnung nach ihrem Erfinder, nach einem Land oder sogar nach Fabelwesen (z.B. Aljechin, Italienisch, Drachen) benannt.

Da es für Anfänger wenig sinnvoll ist, einzelne Eröffnungen mit allen Varianten auswendig zu lernen, wollen wir im folgenden einige Grundregeln und typische Fehler in der Eröffnungsphase kennenlernen.

Ziele in der Eröffnung sind die schnelle Entwicklung der eigenen Kräfte und die Besetzung des Zentrums. Um dies zu erreichen, helfen folgende Regeln:

  • Zentrumsfelder mit Bauern besetzen
  • alle Leichtfiguren auf günstige Felder stellen
  • keine Figur zwei- oder mehrmals ziehen
  • Schutz der schwachen Felder f2 bzw. f7
  • König durch Rochade in Sicherheit bringen
  • unnötige Bauernzüge vermeiden (kostet Zeit und schwächt eventl. eigene Stellung)
  • Schwerfiguren (besonders Dame) nicht zu früh ins Spiel bringen (sonst kann sie von gegnerischen Leichtfiguren immer wieder vertrieben werden, dies entwickelt den Gegner)
Die folgende Partie zeigt die Anwendung einiger dieser Regeln, aber auch, was passieren kann, wenn die Dame zu früh entwickelt wird.
1.e2-e4e7-e5
Beide ziehen den Königsbauern zwei Schritte nach vorn. Dies ist ein guter Zug, da das Zentrum besetzt wird und der Königsläufer befreit wird.
2.Lf1-c4Sb8-c6
T.LDKLST
BBBB.BBB
..S.....
....B...
..l.b...
........
bbbb.bbb
tsldk.st
Weiß entwickelt den Läufer, Schwarz den Springer. Beides sind gute Züge, da damit Leichtfiguren auf gute Felder gestellt werden.
3.Dd1-f3Sg8-f6
T.LDKL.T
BBBB.BBB
..S..S..
....B...
..l.b...
.....d..
bbbb.bbb
tsl.k.st
Weiß will mit der Dame von seinem Läufer unterstützt auf f7 Matt setzen. Schwarz erkennt die Gefahr und unterbricht mit seinem Springer die Linie.
4.Df3-b3Sc6-d4
T.LDKL.T
BBBB.BBB
.....S..
....B...
..lSb...
.d......
bbbb.bbb
tsl.k.st
Weiß erneuert die Drohung, auf f7 zu schlagen, diesmal jedoch nur mit der Idee, einen Bauern zu gewinnen. Schwarz ignoriert die Drohung und will mit dem Springer die Dame schlagen.
5.Lc4xf7+Ke8-e7
T.LD.L.T
BBBBKlBB
.....S..
....B...
...Sb...
.d......
bbbb.bbb
tsl.k.st
Weiß hat einen Bauern gewonnen und die Rochade des Gegner verhindert. Nun zeigt sich allerdings die Gefahr, die von verfrühten Damenmanövern ausgeht.
6.Db3-c4b7-b5
T.LD.L.T
B.BBKlBB
.....S..
.B..B...
..dSb...
........
bbbb.bbb
tsl.k.st
Weiß möchte natürlich Dame und Läuer behalten. Schwarz greift erneut die Dame an.
7.Dc4-d3Ke7xf7
T.LD.L.T
B.BB.KBB
.....S..
.B..B...
...Sb...
...d....
bbbb.bbb
tsl.k.st
Die weiße Dame hat kein Feld mehr, um den Läufer zu decken. Außerdem muß sie das Feld c2 decken, da der Springer mit Sd4xc2 den Turm zu gewinnen droht. Nun hat Schwarz nicht nur einen Materialvorteil, sondern hat auch schon mehr Figuren entwickelt als Weiß, der nur die Dame im Spiel hat.

Allerdings hat auch Schwarz in dieser Eröffnung im vierten Zug eine Regel verletzt, da er den Springer zum zweiten Mal gezogen hat, bevor alle anderen Figuren entwickelt waren. In diesem speziellen Fall war der Zug gut, da er eine starke Drohung aufstellt. Die Partie zeigt also auch, dass es ntürlich auch Ausnahmen von den Grundregeln der Eröffnung gibt.



PfeilStrategie
22. Oktober 2000