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Mit den ersten Zügen in einer Schachpartie wird der weitere Spielverlauf entscheidend
bestimmt. Fehler, die hier gemacht werden, können im späteren Verlauf oft nur
schwer wieder ausgebügelt werden. Im Laufe der Schachgeschichte sind viele
Bücher über die Eröffnungen geschrieben worden. Die besten Züge in der Eröffnung
bilden die sogenannte Eröffnungstheorie. Hier gibt es viele Namen,
oft ist eine Eröffnung nach ihrem Erfinder, nach einem Land oder sogar nach
Fabelwesen (z.B. Aljechin, Italienisch, Drachen) benannt.
Da es für Anfänger wenig sinnvoll ist, einzelne Eröffnungen mit allen Varianten
auswendig zu lernen, wollen wir im folgenden einige Grundregeln und typische
Fehler in der Eröffnungsphase kennenlernen.
Ziele in der Eröffnung sind die schnelle Entwicklung der eigenen Kräfte
und die Besetzung des Zentrums.
Um dies zu erreichen, helfen folgende Regeln:
- Zentrumsfelder mit Bauern besetzen
- alle Leichtfiguren auf günstige Felder stellen
- keine Figur zwei- oder mehrmals ziehen
- Schutz der schwachen Felder f2 bzw. f7
- König durch Rochade in Sicherheit bringen
- unnötige Bauernzüge vermeiden (kostet Zeit und schwächt eventl. eigene
Stellung)
- Schwerfiguren (besonders Dame) nicht zu früh ins Spiel bringen
(sonst kann sie von gegnerischen Leichtfiguren immer wieder vertrieben werden,
dies entwickelt den Gegner)
Die folgende Partie zeigt die Anwendung einiger dieser Regeln, aber auch,
was passieren kann, wenn die Dame zu früh entwickelt wird.
Beide ziehen den Königsbauern zwei Schritte nach vorn. Dies ist ein guter Zug,
da das Zentrum besetzt wird und der Königsläufer befreit wird.
Weiß entwickelt den Läufer, Schwarz den Springer. Beides sind gute Züge, da
damit Leichtfiguren auf gute Felder gestellt werden.
Weiß will mit der Dame von seinem Läufer unterstützt auf f7 Matt setzen. Schwarz
erkennt die Gefahr und unterbricht mit seinem Springer die Linie. |
Weiß erneuert die Drohung, auf f7 zu schlagen, diesmal jedoch nur mit der Idee,
einen Bauern zu gewinnen. Schwarz ignoriert die Drohung und will mit dem Springer
die Dame schlagen.
Weiß hat einen Bauern gewonnen und die Rochade des Gegner verhindert. Nun zeigt
sich allerdings die Gefahr, die von verfrühten Damenmanövern ausgeht.
Weiß möchte natürlich Dame und Läuer behalten. Schwarz greift erneut die Dame an.
Die weiße Dame hat kein Feld mehr, um den Läufer zu decken. Außerdem muß sie
das Feld c2 decken, da der Springer mit Sd4xc2 den Turm zu gewinnen droht.
Nun hat Schwarz nicht nur einen Materialvorteil, sondern hat auch schon mehr
Figuren entwickelt als Weiß, der nur die Dame im Spiel hat.
Allerdings hat auch Schwarz in dieser Eröffnung im vierten Zug eine Regel verletzt,
da er den Springer zum zweiten Mal gezogen hat, bevor alle anderen Figuren entwickelt waren.
In diesem speziellen Fall war der Zug gut, da er eine starke Drohung aufstellt.
Die Partie zeigt also auch, dass es ntürlich auch Ausnahmen von den
Grundregeln der Eröffnung gibt. |